Editorial

Während es für die Redaktion naturgemäß ein Leichtes ist, eine neue Ausgabe von Modelarstwo-kolejowe  auf Deutsch zu produzieren, ist die Publikation der eigentlich deutlich wichtigeren polnischen gedruckten Ausgabe trotz all unserer Bemühungen jedesmal mit neuen Herausforderungen verbunden. Die Schwachstelle liegt weiterhin im korrekten und treffenden Übersetzen. Wobei wir uns wirklich fragen, warum polnische Übersetzer wie auch Modellbahner vergleichsweise leicht und schnell mündlich übersetzen, sich aber mit Händen und Fü.en wehren, Stift oder Tastatur zu bemühen. Und wenn sie es doch tun, wird das Ergebnis, auch aus teuer bezahlten Agenturen und Übersetzungsbüros, regelmäßig von unserem polnischen Lektor Grzegorz Molenda wegen Unbrauchbarkeit verrissen (selbst Google-Übersetzungen seien brauchbarer…).

Aus den sich dann ergebenden zeitlichen Verzögerungen heraus werden dann wieder redaktionelle Änderungen zur Wahrung der Aktualität nötig, was wiederum neue Übersetzungen erfordert.

Ein kleiner Teufelskreis. Allerdings denken wir nicht ans Aufgeben und hoffen weiter auf verlässlichen Zuwachs, getrau der deutschen Redensart „Mühsam nährt sich das Eichhörnchen“. Die Reaktionen unserer weiter wachsenden Leserschaft einschließlich der ungebrochenen Nachfrage auch nach älteren Ausgaben gibt uns Recht.

Doch nun genug der Vorrede. Wie immer in der ersten Ausgabe eines Jahres stehen die wichtigsten Neuheiten und Trends des Jahres im Mittelpunkt des Interesses. Vieles angekündigte wird sowieso erst in der zweiten Jahreshälfte an den Handel geliefert, manches auch erst im Folgejahr. Allerdings gibt es immer wieder Überraschungen, wie beispielsweise Märklins Baureihe 42 (polnisch Ty43), die bereits erhältlich ist und deren besser umbaugeeignetes Trix-Pendant in Kürze folgen wird.

Wichtig sind natürlich auch unsere Anlagenportraits, wobei wir diesmal den Blick auf den zweiten Teil richten möchten. Dort stellen wir Ihnen eine Schmalspurige Anlage im Maßstab 1:43 vor, die vor allem durch ihre Ausstattungsdetails gefällt und im wahrsten Wortsin zum Blick über den Tellerrand anregen soll.

In Sachen Landschaftsgestaltung widmen wir uns in dieser Ausgabe von Modelarstwo-kolejowe dem Selbstbau von Laubbäumen aus Bausätzen, wie sie beispielsweise von Heki angeboten werden. Die dort vorgestellten Techniken lassen sich aber auch auf Eigenfertigungen übertragen.

Ebenfalls als Anregung auch zur Aufwertung bestehender Anlagen gedacht ist der aktuelle Teil der Einsteiger-Serie, bei dem es im die Installation einer kleinen Feldbahn als belebendes Element der eigenen Anlage geht.

Ansonsten bleibt Ihnen, liebe Leser, nur zu wünschen, an möglichst vielen sonnigen (früh-) sommerlichen Tagen Eindrücke für die ganz sicher spätestens mit dem trüben Herbst kommende Modellbahnsaison zu sammeln. Schließlich gibt es ja nichts schöneres, als sich an einer selbstgebauten idyllischen Modelllandschaft mit interessantem Zugverkehr zu erfreuen.

Najserdeczniej pozdrawiam,

Wasz Michael U. Kratzsch-Leichsenring